Sozialstaatssekretär Markus Sackmann zu Gast

Sozialpolitik in Stadt und Gemeinde immer wichtiger

Sozialstaatssekretär Markus Sackmann diskutiert auf Einladung der KPV mit Vertretern von sozialen Einrichtungen und kommunalen Mandatsträgern

CSU-Stadtratsfraktion übergibt „Sozialcharta“

 

 

Nürnberger Land/Röthenbach (kpv/csu) – Die kommunalpolitische Vereinigung der CSU im Nürnberger Land und die Stadtratsfraktion und der Ortsverband der CSU haben in Röthenbach zum kommunalpolitischen Fachgespräch zum Thema „Sozialpolitik in der Kommune“ mit dem Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, MdL Markus Sackmann geladen und sie alle diskutierten rege mit:  Vertreter von Kindergärten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, der Sozialverbände und kommunale Mandatsträger aller Ebenen aus dem ganzen Landkreis.

 

KPV-Kreisvorsitzende und Stadträtin Cornelia Trinkl konnte neben den Fachvertretern zur Sozialpolitik und vielen kommunalen Mandatsträgern aus Gemeinden und Landkreis auch die heimische Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler, den stellvertretenden Bezirkstagspräsident Norbert Dünkel sowie den Bürgermeister von Neuhaus Josef Springer und den örtlichen Fraktionsvorsitzenden Wolfgang Gottschalk begrüßen. In ihrer Einführung machte sie deutlich, dass aufgrund des demographischen Wandels soziale Themen immer wichtiger werden und Städte und Gemeinden sich für die Zukunft rüsten müssen. Aus diesem Grund hatte die CSU-Stadtratsfraktion im Vorfeld der Veranstaltung zusammen mit Staatssekretär Markus Sackmann sowie Norbert Dünkel und MdL Kurt Eckstein einige soziale Einrichtungen in Röthenbach besucht, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

 

Erfahrungsaustausch und Zukunftsvisionen

In seinem Einführungsstatement ging Staatssekretär Sackmann auf seine Eindrücke von den Einrichtungsbesuchen ein und auf zukünftige Herausforderungen im sozialen Bereich für Kommunen ein. Er erläuterte, dass in Bayern bereits heute 2,4 Millionen über 65-jährige Bürgerinnen und Bürger leben, im Jahr 2050 sollen es etwa 3,7 Millionen sein. Dies bedeute eine Zunahme von 50% in den nächsten 40 Jahren. Erfreulicherweise gibt es heute viele bis ins hohe Alter gesunde und aktive Menschen, auf der anderen Seite steigt jedoch auch die Zahl der Pflegebedürftigen stetig. Diesem Trend, der von einer weiter sinkenden Geburtenrate gefolgt wird, müssen auch Kommunen Rechnung tragen. „Je familien- und generationenfreundlicher sich eine Stadt oder Region präsentiert, umso lebenswerter ist sie auch für die Menschen vor Ort“, so Markus Sackmann. Deshalb seien, so der Staatssekretär, „familienfreundliche Bedingungen, der Zusammenhalt der Generationen und eine den vielfältigen Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werdende Seniorenpolitik entscheidende Faktoren für die Kommunalpolitik.“

Doch auch der Freistaat Bayern leistet hier seinen Beitrag, wie zum Beispiel bei der Kinderbetreuung, hier wird eine Milliarde Euro investiert.

 

Soziale Lage in Bayern

Zur sozialen Lage in Bayern informierte der Staatssekretär, dass der Freistaat mit 10,8% das niedrigste Armutsrisiko in Westdeutschland habe. Wichtige Arbeitsfelder seien jedoch weiterhin die Bekämpfung vor allem der Kinder- und der Altersarmut.

Auch sei gerade jetzt, im europäischen Jahr des Ehrenamtes, die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements enorm wichtig für die Gesellschaft, da  dieses zivilgesellschaftliche Engagement nicht mehr wegzudenken sei. Es wird im Freistaat deshalb eine Ehrenamtskarte geben, mit der ehrenamtlich Tätige bei bestimmten Einrichtungen Vergünstigungen erhalten. Dies sei nur eine Möglichkeit, diese Arbeit zu honorieren.

 

Zum Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes äußerte sich im Anschluss an eine rege Diskussion die Bundestagsabgeordnete Marlene Mortler. „Hier werden für Kinder, Jugendliche und junge Heranwachsende neue Perspektiven geschaffen. Doch für die Kommunen wird es eine enorme Herausforderung, diese Leistungen möglichst unbürokratisch zu erbringen und sie mit dem örtlichen Angebot zu verzahnen. Wir sind jedoch auf einem guten Weg“, so Mortler.

 

Ein von den Pflegeeinrichtungen immer wieder angesprochenes Thema ist der drohende Fachkräftemangel im Pflegebereich. Der Staatssekretär machte deutlich, dass der soziale Sektor eine Zukunftsbranche ist, also krisensichere Arbeitsplätze biete. Aus diesem Grund müssen soziale Berufe attraktiv sein, dies gelte sowohl für die Kinderbetreuung, für die Jugendhilfe und auch für die Pflege. „Gute soziale Arbeit gibt es jedoch nicht zum Nulltarif“, so Sackmann. Zu diesem Zweck wurde vom Sozialministerium das Projekt „Herzwerker“ ins Leben gerufen, das sich primär an Jugendliche richtet, um diese für den Altenpflegeberuf und andere soziale Berufe zu begeistern.

 

CSU-Stadtratsfraktion überreicht Sozialcharta

Im Anschluss an eine interessante und rege Diskussion stellte der Vorsitzende der CSU-Stadtratsfraktion Röthenbach, Wolfgang Gottschalk, die „Sozialcharta“ der Fraktion, d. h. eine Aufstellung der wichtigsten Zukunftsthemen im sozialen Bereich für Röthenbach vor und übergab sie dem Staatssekretär.

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich KPV-Kreisvorsitzende Cornelia Trinkl bei allen Gästen für ihr Kommen und überreichte Markus Sackmann als Dankeschön ein kleines Präsent.

 

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